Täglich: Psalmverse und Bonhoeffer

Die Psalmen haben Dietrich Bonhoeffer viel bedeutet.
"Der Psalter ist die große Schule des Betens überhaupt. Je tiefer wir in die Psalmen wieder hinein wachsen, und je öfter wir selber gebetet haben, desto einfacher und reicher wird unser Gebet werden."
Quelle: Gemeinsames Leben/Das Gebetbuch der Bibel

Dienstag, 22. September
Wie köstlich ist deine Güte, Gott,

dass Menschenkinder unter dem Schatten
deiner Flügel Zuflucht haben!

Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Breite deine Güte über die, die dich kennen,
und deine Gerechtigkeit über die Frommen.
Verse aus Psalm 36

"Wo der Name Jesu Christi genannt wird, dort ist er Schutz und Anspruch. Das gilt für alle die Menschen, die in ihrem Kampf um Recht, Wahrheit, Menschlichkeit und Freiheit wieder den Namen Jesu Christi zu nennen gelernt haben. Dieser Name gewährt ihnen und den hohen Gütern, für die sie einstehen, Schutz, er ist zugleich der Anspruch auf diese Menschen und diese Güter."
Dietrich Bonhoeffer

Montag, 21. September
Höret zu, alle Völker;
merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,
einfache Leute und Herren,
Reich und Arm, miteinander!
Mein Mund soll Weisheit reden,
und was mein Herz sagt, soll verständig sein.
Verse aus Psalm 49

"Weisheit ist etwas anderes als Wissen und Verstand und Lebenserfahrung. Weisheit ist das Geschenk, den Willen Gottes in den konkreten Aufgaben des Lebens zu erkennen."
Dietrich Bonhoeffer

Sonntag, 20. September
Wenn der Herr nicht das Haus baut,
so arbeiten umsonst, die daran bauen.
Wenn der Herr nicht die Stadt behütet,
so wacht der Wächter umsonst.
Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht
und hernach lange sitzet
und esset euer Brot mit Sorgen;
denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.
Verse aus Psalm 127

"Der Dekalog enthält kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot von der Arbeit zu ruhen. Das ist die Umkehrung von dem, was wir zu denken gewohnt sind. Die Arbeit wird im 3. Gebot als etwas Selbstverständliches vorausgesetzt; aber Gott weiß, dass das Werk, das der Mensch tut, über ihn eine solche Gewalt gewinnt, dass er von ihm nicht mehr lassen kann, dass er sich von seinem Tun alles verspricht und darüber Gott vergisst. Darum gebietet Gott, von seinen Werken auszuruhn. Nicht die Arbeit erhält den Menschen, sondern allein Gott; nicht von der Arbeit lebt der Mensch, sondern allein von Gott. … Seinen Freunden gibt es der Herr im Schlaf, sagt die Bibel gegen alle, die aus der Arbeit ihre Religion machen. Die Feiertagsruhe ist das sichtbare Zeichen dafür, dass der Mensch aus der Gnade Gottes und nicht aus Werken lebt. … Die Feiertagsruhe ist die unerlässliche Voraussetzung der Feiertagsheiligung. Der zur Arbeitsmaschine herabgewürdigte, übermüdete Mensch braucht Ruhe, damit sein Denken sich klären, sein Fühlen sich reinigen, sein Wollen sich neu ausrichten lassen kann."
Dietrich Bonhoeffer